Bozen ist Kultur – ein kulturelle Reise durch die Stadt

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Bozen – Erlebnis zwischen Nord und Süd

Bozen, Tor zu den Dolomiten

Die Südtiroler Landeshauptstadt Bozen ist das Zentrum der Ferienregion Südtirols Süden. Die Stadt liegt am Zusammenfluss von Eisack, Etsch und Talfer in einem weiten Talkessel, der sich zu den Dolomiten hin öffnet. Im Osten beherrscht der sagenumkränzte Rosengarten den Blick. Der Bergstock ist ein Symbol für die Stadt, gleich wie die Rebanlagen, die gut ein Siebtel des Stadtgebietes ausmachen. Von Bozen schwingen sich drei Bergbahnen auf den Ritten, nach Jenesien und Kohlern hinauf. Über eine gut ausgebaute Straße ist auch das Sarntal in wenigen Minuten erreichbar.

Bozen Kultur – die Handelsstadt

Bozen wurde bereits von den Römern aufgrund ihrer strategischen Lage gegründet. Pons Drusi nannten sie den Militärstützpunkt, von dem aus sie nach Norden vorstoßen wollten. Gewachsen und groß geworden ist Bozen aber durch den Handel. Über den Wasserlauf der Etsch wurden die Waren aus dem Orient von Venedig heraufgebracht. In Bozen wurden sie dann auf großen Märkten angepriesen. Die Fürstin Claudia de‘ Medici erkannte die strategische Bedeutung der Stadt und verlieh ihr Handelsprivilegien, die Bozen zu einem begehrten Warenumschlagplatz werden ließen. Und das ist sie noch heute.

Waltherplatz Bozen

Sommernächte am Waltherplatz in Bozen (c) Bozen

Bozen, die Weinstadt

Die Stadt Bozen blickt auf eine sehr lange Tradition im Weinanbau zurück. Mehr als 25 Privatkellereien und eine Kellereigenossenschaft erzeugen hier seit frühester Zeit edle Tropfen von höchster Qualität. Die Spitze der Palette bilden zwei Rotweine, der Lagrein und der St. Magdalener. Die Landeshauptstadt und der Weinanbau sind eng miteinander verbunden. Die fruchtbaren Rebanlagen reichen bis ins Stadtzentrum und gedeihen prächtig an den sonnigen Hang- und Hügellagen um den Bozner Talkessel. Wohin man auch schaut, überall prägen idyllisch gelegene Weingärten das Landschaftsbild am Fuße der Dolomiten.

In diesem Jahr findet die 2. Ausgabe des St. Magdalener Tages statt. Der Hügel von St. Magdalena, der dem edlen Rotwein von Bozen seinen Namen gibt, wird am 27. September 2015 im Mittelpunkt stehen: die Weinkeller öffnen ihre Tore für Verkostungen und es ist ein Galaabend zum Thema Wein geplant. Dieses Fest wird die Gelegenheit bieten, die Authentizität, den Charakter und die Traditionen dieses Stadtteils zu erleben.
Alle Weinliebhaber sollten hingegen auf keinen Fall die „Lorenzinacht“ am 8. August verpassen. Bozner und Gäste können von 18.30 bis 24.00 Uhr im stimmungsvollen Rahmen der Bozner Lauben die edlen Tropfen der Stadt verkosten. Die jeweiligen Produzenten stehen für Informationen und Geheimnisse zur Verfügung.

Eros Bozen

Eros Bozen (c) Verkehrsamt Bozen

Kunst erleben

Dem Reichtum der Handelsleute im Mittelalter hat Bozen auch seinen Altstadtkern zu verdanken. Die Kaufleute bauten hier ihre Handelshäuser im gotischen Stil und breiteten unter den dazugehörigen Lauben ihre Waren aus. Hans Lutz von Schussenried meißelte das filigrane Sandsteinwerk des Bozner Pfarrturmes, Michael Pacher schuf den herrlichen, gotischen Flügelaltar in der Alten Pfarrkirche von Gries.

Im 14. Jahrhundert holte der Merkantilmagistrat die bedeutendsten Maler der damaligen Zeit nach Bozen. Gemeinsam schufen sie Freskenmalereien, die den Übergang von der Linie zur Fläche dokumentieren. Schüler Giottos brachten in der Johanneskapelle der Dominikaner Kirche ihre feinen Pinselstriche an.Heute kann man im Museion, dem Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, Arbeiten bedeutender regionaler und internationaler Künstler in verschiedenen Wechsel-ausstellungen sehen.

Bozen Haselburg

Die Haselburg Bozen (c) Verkehrsamt Bozen

Mozart in Bozen

Im 17. Jahrhundert griff die Familie Menz in die Musikgeschichte ein. Die immens reichen Kaufleute unterhielten in Bozen eines der ersten Opernhäuser Europas. Dort wurden neapolitanische Buffoopern in deutscher Fassung aufgeführt und später nach Wien weitergereicht, wo sich Mozart daran ergötzte. Der große Komponist machte sich in der Folge eilends nach Italien auf und nächtigte auf seinem Weg in Bozen, natürlich bei der Familie von Menz.

Gries

Im 19. Jahrhundert errang Bozen/Gries Weltruhm als Kurort. Der Geld- und Hochadel Europas wandelte auf der Guntschnapromenade. Die Dostojewskaia konnte sich gar bis zu ihrem Tod nicht lösen. Sie wurde auf dem Friedhof der gotischen Pfarrkirche von Gries begraben, heute befindet sich ihre Grabstätte im städtischen Friedhof in Oberau.

St. Magdalena

St. Magdalena mit Rosengarten in Bozen (c) Bozen

Rationalistische Architektur

Mit dem Faschismus kamen neue Herren nach Bozen. Aber auch ihnen lag die Kultur am Herzen. Mussolini beauftragte die besten Baumeister Italiens, Piacentini entwarf einen neuen Stadtteil, der Eingang in die Lehrbücher fand. Das Siegesdenkmal wurde erbaut. Es ist nicht nur eines der wenigen faschistischen Relikte Italiens, sondern wurde auch als sichtbares Zeichen des Sieges über die deutschsprachige Bevölkerung in Südtirol erbaut. Mussolini beorderte dafür die besten Bauleute und Künstler seiner Zeit nach Bozen. Marcello Piacentini, Adolfo Wildt, Pietro Canonica, Libero Andreotti und Guido Cadorin drückten ihre Handschrift auf. Das Denkmal wurde kürzlich als “Mahnmal” vorbildlich restauriert, in seinem Untergeschoss findet sich bald ein frei zugängliches Dokumentationszentrum der Kriegs- und Diktaturzeit in Südtirol. Hinter dem Denkmal entstand in den 20er und 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts ein neuer Stadtteil im rationalistischen Stil.

Bozner Dolce Vita erleben

Heute ist Bozen ein lebendiger Treffpunkt von Nord und Süd. Deutsche und Italiener leben friedlich zusammen und bereichern sich gegenseitig. „Bozner dolce vita“ ist eine berauschende Mischung aus deutscher Gründlichkeit und italienischem Charme. Das europäische Multi-Kulti hat es vielen Künstlern angetan, allen voran dem großen Dirigenten Claudio Abbado, der Bozen zur Residenzstadt für seine Jugendorchester auserkor und hier die Gustav Mahler Musikakademie gründete. Das prickelt in der Luft, das macht Bozen zu einem neuen Bezugspunkt in Europa.

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Bozen zieht dank seiner beiden unterschiedlichen Facetten – eine nordeuropäisch geprägt, die andere eher mediterran – Gäste aus aller Herren Länder in seinen Bann. Die beiden Gesichter dieser Stadt gehen hier eine perfekte Verbindung ein, die in den kunsthistorisch bedeutsamen Sehenswürdigkeiten bestens zum Ausdruck kommt. Bozen Kultur? Jahrhundertelang war Bozen ein wichtiges Handelszentrum zwischen Italien und Deutschland. Heute ist Südtirols Hauptstadt eine Weltstadt, die sich gleichzeitig lebendig, fröhlich, weltoffen, modern und traditionsverbunden zu zeigen weiß!

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