Das Tierser Tal – das schönste Tal unter dem Rosengarten

0

Das Tierser Tal – das schönste Tal unter dem Rosengarten

Die bizarren Zacken des gewaltigen Rosengartens werfen ihre Schatten auf das Tal von Tiers, das den Geistergipfel des Schlern von König Laurins Felsenreich trennt. Hier ist die ruhige Seite des Rosengartens und vielleicht gerade deshalb eine besonders reizvolle. Ambitionierte Bergsteiger finden hier ein weites Betätigungsfeld, Wanderungen und Klettersteige – von beschaulich bis alpin-anspruchsvoll.

Das Tierser Tal

Das Tierser Tal in Südtirol im Frühjahr – kommt man über die Brennerautobahn bleibt das schlechte Wetter oft in der „Sachsenklemme“ stecken, über Brixen scheint dann bereits die Sonne und beim Weg hinauf zum Santnerpass kommt man bereits ins Schwitzen. Von hier kann man bereits ins felsige Panorama des Rosengartens schauen, hinauf zu den zerklüfteten Westabbrüchen der Rosengartenspitze. Die steht noch voll im Licht der tiefstehenden Sonne, während dunkle Schatten bereits aus dem Purgametschtal heraufkriechen. Es scheint, als ob sich König Laurins versteinerter Rosengarten für die Abendschau bereitmacht Fahles grau überzieht die Felsen, während ein paar Wolkenfetzen als weiß-schwarze Kontraste über das Sommerblau wandern. Beinahe unbemerklich schleicht sich ein Gelbton ins Steingrau, und wenn man das nächste Mal hinschaut, stehen die Vajolettürme als versteinerte Flammen über den Geröllreisen. Das Leuchten brennt sich in die Neutzhaut, in die Seele hinein, wegschauen geht nicht mehr, aus feurigem gelb wird glühendes Rot, und dann macht Laurin den Schalter aus. Die Legende vom unglücklichen Zwergkönig ist hier fast allgegenwärtig. Es gibt eine Laurinwand, den Laurinlift, einen Laurinweg, und so manches Haus schmückt sich mit dem Namen. Im Tierser Tal erzählt man sich die Sage von König Laurin noch oft und hier ist sie jeden Tag auch zu bewundern. Die Sage erzählt, das immer dann, wenn die Gipfelzacken im Abendrot erglühen, König Laurin im Inneren des Rosengartens Hof hält.

Rosengarten Südtirol

Die Dolomiten gehören zum UNESCO Weltnaturerbe. Imposant glühen die Dolomitengruppen Schlern und Rosengarten im Abendrot am Horizont der Landeshauptstadt Bozen (c) Südtirol Marketing

Wandern im Tierser Tal

Die Rosengartenstraße setzt sich, leicht steigend, taleinwärts nach St. Cyprian (10.73 Meter) gut 17 Kilometer fort. Im Vorblick dominieren die bizarren, über dunklem Nadelwald aufragenden Felszinnen der zentralen Rosengartengruppe (von links: Tschaminspitzen, 2.754 Meter; Vajolettürme, 2.813 Meter; Laurinwand, 2.813 Meter; Rosengartenspitze, 2.981 Meter); mit dem spätromanischen, 1583 erneuerten Kirchlein im Vordergrund bietet sich hier eines der klassischen Dolomitenmotive. Bei St. Cyprian mündet von Nordosten das wildromantische Tschamintal (Valle del Ciamin). Weißlahnbad (1.173 Meter), ein kleines Heilbad mit radioaktiver Kalk-MagnesiumQuelle, das man auf einem schmalem Sträßchen (1,5 Kilometer) rasch erreicht, ist Ausgangspunkt für die großartige Wanderung in dieses noch weitgehend unberührte Dolomitental (bis zur Grasleitenhütte, 2.134 Meter, circa 3,5 – 4 Std.).

Zum höchsten Gipfel des Rosengartens, den Kesselkogel (3.002 Meter) und den einzigen Dreitauser der Gebirgsgruppe, führt der Aufstieg nur mäßig schwierig über den Grasleitenpass hinauf zu dem markanten Diagonalband, das die Westflanke massigen Bergstocks durchzieht und teilweise gesichert ist, knapp drei Stunden von der Grasleitenhütte. Der Gipfel bietet eine schöne Umschau, tief in das Zackengewirr der Dolomiten und im Westen bis zum Ortler reichend. In der nördlichen Nachbarschaft fällt ein breiter, abgeflachter Rücken auf: der Moligon (2.852 Meter). Seine Überschreitung auf de „Laurenzi-Klettersteig“lässt sich gut mit der Besteigung des Kesselkogels verbinden; eine Übernachtung ist dabei allerdings unumgänglich. Neben der Grasleitenhütte kommen dafür auch die Rifugien am Antermoiasee (2.497 Metr) und  am Tierser Alpl (2.440 Meter) in Frage.

Trittsicheren und ausdauernden Bergwanderern kann weiter der Schlern (2.563 Meter) als überaus lohnendes Tourenziel empfohlen werden. Man steigt durch die »Bärenfalle«, eine steile, von hohen Felsfluchten umschlossene Schlucht auf und weiter über den Tschafatschsattel. Richtig ins Schwitzen kommen kann man leicht an diesem Anstieg zum Schlern. Oben am Tschafatschsattel gerät dann der massige Rücken des berühmten Südtiroler Wahrzeichens erstmals ins Blickfeld, die Querung über dem Thomastal verläuft angenehm flach, erlaubt ein Durchatmen, ehe man die letzten 500 Steigungsmeter in Angriff nimmt. Alternativ kann man auch durch das Tschamintal gehen, über die Roßzähne und die Roterdspitze (2.655 Meter) auf dem gesicherten »Maximiliansteig « zum Schiern hin überschritten. Eine tolle Runde vor dem Rosengarten – eine gute Kondition vorausgesetzt.

Video Tierser Tal / In Südtirol Wandern

Bilder Tierser Tal / Rosengarten

100%
100%
Bewertung

Mit ca. 800 Einwohnern ist Tiers am Rosengarten (1.028 Meter) ein kleines, urtümlich gebliebenes Bergsteigerdorf im Tierser Tal, das sich parallel zum Grödner- und Eggental vom Eisack bis hin zur Rosengartenkette erstreckt. 20% der Gemeindefläche befindet sich im Gebiet des Naturparks Schlern, der 1974 gegründet wurde und über 4000 Hektar umfaßt. Rund um Tiers gibt es durch die Nähe zu Schlern und Rosengarten viele Wandermöglichkeiten, wobei der nahegelegene Tierser Hausberg, der Tschafon oder der Wunleger 400 Meter über dem Dorf bereits hervorragende Aussichtsplätze sind. Über den Karer Pass erreicht man schnell das Fassatal von wo aus es zur Sella, Marmolada oder zur Pala nur noch ein Katzensprung ist.

    War der Artikel hilfreich?
  • User Bewertungen (8 Stimmen)
    7.9
Weitersagen:

Kommentare